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Stationen eines bewegten Lebens
Geboren am 29.08.1946 in Rangsdorf als jüngster von drei Geschwistern, wuchs er in der Nachkriegszeit in Westberlin auf.
Auch wenn man es ihm in den letzten Jahren nicht ansah, war er ein schmächtiger Junge, dem die Kinderärztin Mumme (Malzbier) und Vollkornbrot verordnet hatte, weil er so dürr war.
Mit 16 Jahren ging er zur See und bereiste als Schiffskoch fast die ganze Welt.
1969 verschlug es ihn nach Weiden in die Oberpfalz, er hatte sich freiwillig zur Bundeswehr gemeldet, da man als Berliner keine Wehrpflicht zu leisten hatte.
Während seiner Bundeswehrzeit entstand die Bindung zu Johnny Cash und zur Country Musik, er hatte Stubenarrest und seine Kumpel ließen die Stubentüre offen, damit er das Johnny Cash Konzert „At San Quentin“ sehen konnte, dass ausgestrahlt wurde.
Uwe Barth war schon immer ein hilfsbereiter Mensch, der sich für andere einsetzte. Er engagierte sich u.a. ehrenamtlich in der Tannenschleife, ein Heim für milieugeschädigte Kinder des Löwschen Instituts. Hat für den AWO Kindergarten Essen ausgefahren und vieles mehr.
1993 kam der größte Einschnitt in sein Leben, die beiden Oberschenkelamputationen, die sein ganzes Leben verändert haben. Dieser Schicksalsschlag ließ ihn zweifeln auch an Gott, um sich abzulenken, holte er seine Country Musik Platten hervor. Vor allem der Song "I Walk the Line" von Johnny Cash, wurde zu seinem Lebensinhalt. Er schöpfte neue Kraft, und verschickte als Uwe, the wheel chair driver hunderte von Briefe weltweit an Country Künstler und Radiostationen. Es kamen viele Briefe zurück und alle sprachen ihm Mut zu. Es entstand eine enge Freundschaft zu Jean Paul Sinistre der in Willis Texas eine Country Radio und Fernsehstation betrieb.
Aus Dank dafür, dass ihn die Künstler so viele neuen Lebensmut gaben, gründete er die Independent Country Music Association of Germany, eine Vereinigung die unabhängige Künstler unterstütz, sprich Künstler die nicht unter Vertrag einer großen Plattenfirma stehen.
Es entstand das etwas andere Countrymusikjournal KEEP IT COUNTRY. Eine Zeitschrift in denen sowohl Countrygrößen wie Johnny Cash und Willie Nelson zu finden waren, aber auch die Indies ihren Platz fanden. Zusammen mit seinem Freund in Texas gründete er das Plattenlabel Kic-Soundtrack und veröffentlichte monatliche Promotion CDs, die Weltweit an Radiostationen versandt wurden, um so die Musik der Indies zu verbreiten. Jeder Künstler der mit der ICMAG arbeitete, bekam eine zweisprachige Webseite und die Webseite der ICMAG wurde 1999 als Website oft he Year bei den Best of Texas Awards ausgezeichnet. Einen weiteren Award erhielt das Plattenlabel Kic-Soundtrack.
Eine besondere Verbindung bestand auch zu Johnny Cash, und 1997 traf er den Man in Black in Berlin persönlich. Er erzählte ihm, dass seine Songs ihm am Leben erhielten und die Kraft für alles gaben.
1998 hatte das kleinste Countrymusikmagazin ein Interview mit Willie Nelson in München. Ein bewegender Moment war es als Willie Nelson ihm zum Andenken seinen Cowboyhut überreichte, den er seit Jahren trug. Es folgte eine Einladung zum nächsten Konzert in Bad Reichenhall, bei dem er Backstage sein durfte und als einziger die Genehmigung hatte, währen des ganzen Konzerts Fotos zu schießen. Hier sang Willie Nelson für ihn den Gospelsong „I’ll Fly Away“.
Uwe Barth hinterließ seine Spuren in der Countrymusik Welt und der Songschreiber Ron Davis schrieb für ihn den Song Uwe, the wheel chair driver, der von dem Berliner Sänger Twango aufgenommen wurde. Der Neustädter Reinhold Maß schrieb 1997 ebenfalls einen Song für Uwe Barth. Keep It Country entstand nach einem Besuch bei Ihm. 2001 wurde er in die Internationale Country Music Hall of Fame aufgenommen.
Aber der Gesundheitszustand aufgrund der Amputationen zwang ihn nach ein paar Jahren kürzer zu treten und als sein Freund in Texas verstarb, zog er sich langsam aus der aktiven Country Musik Szene zurück. Die einzig engere Verbindung blieb zu Hermann Lammers Meyer aus dem Emsland für den er bis zu seinem Tode die Webseiten gestaltete.
Da er die Schwierigkeiten die man als Mensch im Rollstuhl hat, kannte, verlagerte er seinen Schwerpunkt auf die Bedürfnisse behinderter Menschen. Er gründete die Selbsthilfegruppe "Barrierefrei im Alltag" und setzte sich für barrierefreies Bauen und Wohnen ein. In Zusammenarbeit mit der Stadt Weiden und dem Behindertenbeauftragten A. Grundler entstand der Behindertenführer Weiden, in dem Ärzte, Einrichtungen und alles was in Weiden barrierefrei ist, zu finden ist.
2008 zog er ins Betreute Wohnen des St. Michael-Zentrums, hier hatte die Diakonie Weiden extra eine barrierefreie Wohnung für Uwe Barth und seine Familie geschaffen. Hilfsbereit wie er war, bot er der Diakonie und dem Einrichtungsleiter des St. Michael-Zentrums Günter Daubenmerkl, seine Fähigkeiten und Hilfe an.
Im St. Michael-Zentrum sah er seine neue Aufgabe darin, sich um die Seniorinnen und Senioren zu kümmern. Die Beschäftigungen hielt ihm am Leben, die abendlichen gemütlichen Runden mit den Bewohnern, die Kinonachmittage, und auch seine PC-Kenntnisse, der er gerne weitergab, um zu helfen.
Er entwarf 2008 die Webseite des St. Michael-Zentrums und betreute diese. Als rollender Fotograf hielt er alle Aktivitäten und Festlichkeiten fest, und stellte diese online. Auch die Webseite der Diakonie Weiden hat Uwe Barth noch in den letzten Wochen vor seinem Tod erstellt und auf den Weg gebracht.
Uwe Barth konnte nie still stehen, auch wenn ihm die Beine fehlten, und so blieb einem nichts anderes übrig, als sich an sein Tempo anzupassen. Sein Geist und sein Verstand waren immer hellwach. Er wollte kein Mitleid, sondern Anerkennung für das was er konnte und leistete. Sein Wunsch anderen zu helfen und sich für andere einzusetzen stand immer im Vordergrund. Er war oft schwierig und das wusste er auch. Aber er hatte immer ein offenes Ohr für andere. Selbst in seinen letzten Stunden waren seine Gedanken beim St. Michael-Zentrum und seinen Bewohnern.
Auch wenn viele mit seiner Art nicht zurechtkamen, so hat er doch immer einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Eine besondere Verbindung baute er zum Einrichtungsleiter Günter Daubenmerkl auf, dem hier noch mal ein besonderer Dank gilt, weil er ihn so angenommen hat wie er war, mit allen Ecken und Kanten.
Auch freute er sich auf die kommende Zusammenarbeit mit dem neuen Geschäftsleiter Diakon K. Rühl, den er noch kennenlernen durfte. Leider blieb ihm nicht viel Zeit, denn am Karfreitag 2010 hat ihn Gott zu sich geholt, er hat seine Aufgaben auf Erden erfüllt.
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